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Ein Bild ist ein Bild
Warum arbeite ich an einem Bild aus Fotos und Texten anstatt - wie normalerweise - an Bildern aus Licht und Farben?
Dies will ich versuchen hier zu erklären:
Seit 25 Jahren bin ich Mieter in einer Wohnanlage, die sich in angenehmer Nachbarschaft und in ruhiger aber zentraler Lage unterhalb des Amtsgerichts und gegenüber des Kindergartens an der Ecke Schulstraße/Hirschanger findet und die im Eigentum der Stadt Starnberg steht.
Seit meinem Einzug verlotterte die ursprünglich gepflegte Wohnanlage zunehmend. Die Hausmeisterfirma und Handwerker wurden von der zuständigen Stadtverwaltung kaum kontrolliert. Sie machten teilweise was sie wollten. Obwohl wir stolze Summen für die Pflege des Anwesens zahlten, wurden teilweise wochenlang nur die Mülltonnen raus und reingeschoben. Sperrmüllberge blieben monatelang liegen. Schnee wurde nicht geräumt. Berechtigte Reklamationen von uns Mietern wurden nicht nur jahrelang ignoriert, sondern teilweise in verhöhnendem Ton zurückgewiesen. Es wurden uns Dinge verrechnet, die wir nicht erhielten. Es wurde gelogen, dass sich die Balken bogen!
Vor 7 Jahren schien es mir an der Zeit, dies festzuhalten. Herausgekommen ist eine Dokumentation, die nicht nur die unglaublichen Zustände zeigt, sondern Verantwortliche, die an´s Licht gekommene Einzelheiten mit einer Energie zu vertuschen versuchen, die ich vorher nicht für möglich gehalten hatte.
Der Müllcontainer-Krimi
Am Anfang erzähle ich die kriminell anmutende jahrelange Verrechnung eines nicht existierenden Müllcontainers durch das Wohnungsamt an die Mieter mit einer Schadensumme von über 18.000 € und die inszenierten Vernebelungsversuche der Stadtverwaltung und Ihrer Helfer, nachdem ich dahinter gekommen war.
Jahrelange überhöhte Zahlungen für Hausmeisterarbeiten von Mietern eingefordert
Als Nächstes drösel ich auf, wie die Liegenschaftsverwaltung jahrelang von uns Mietern überhöhte Zahlungen für Hausmeisterarbeiten einforderte und mit welcher Dreistigkeit dieses Amt nachgewiesene Vertragsbrüche und Minderleistungen dieser Hausmeisterfirma immer wieder in Abrede stellte.
Das Ausmaß dieser Übervorteilungen ist ohne der umfangreichen Dokumentation nicht zu glauben, und kann im Kapitel überhöhte Zahlungen nachgelesen werden, dem die beiden untenstehenden Graphiken entnommen sind.
So erhielt eine Hausmeisterfirma Namens "Haus + Gartenservice M. Jesse UG" beispielsweise im Oktober für 44 Minuten Arbeit 626,69 €. Dies entspricht einem Stundensatz von über 780 €. Im Jahr 2017 zahlten die Mieter einen durchschnittlichen Stundensatz in Höhe von über 250 €. Dieser Bezahlung ist für einen Hausmeister nicht marktgerecht. Ein Hausmeister erhält normalerweise etwa 35 €/Stunde. Darüber hinaus entsprach die liederliche Arbeitsweise der Firma Jesse weder der Höhe der Bezahlung, noch der im Vertrag ausdrücklich vereinbaren Aufgaben, so z.B. für einen einwandfreien Gesamtzustand der Wohnanlage zu sorgen.
Abb. 1: Der blaue Hintergrund zeigt den marktüblichen Gegenwert von 16 Hausmeisterstunden für 626,69 € und die schwarzen Balken die von der Firma Jesse erbrachten lächerlich geringen Arbeitszeiten. Abb. 2: Welche zum Teil maßlos überzogenen Stundensätze die Firma Jesse erzielte, zeigt diese Graphik. Der marktübliche Stundenlohn eines Hausmeisters beträgt etwa 35 €/Stunde.
Neben dieser jahrelangen maßlosen Übervorteilung kamen dann noch so unflätige Sprüche hinterher, wie die eines Mitarbeiters des Wohnungsamts: "Das sind Schweine, da können sie auch nichts daran ändern, Herr Chowanetz". Gemeint waren nicht die für die Übervorteilung verantwortlichen Personen, sondern die betroffenen Mieter der vernachlässigten Wohnanlage.
Diese Begebenheit deckt schön die in der Regel im Verborgenen stattfindende gruppenbezogene Geringschätzung auf, die gegenüber einem solchen Milieu, wie wir es in diesem Anwesen vorfinden, weit verbreitet ist. Ein solch überhebliches Gebaren lernte ich auch bei politischen "Würdenträgerinnen" und "Würdenträgern" dieser Stadt kennen.
Wie es den Anschein hat, gab es ein inniges "Treue-Verhältnis" zwischen der zuständigen Stadtverwaltung (dem Wohnungs- und Liegenschaftsamt) und der Firma Jesse. Ein Geschmäckle kommt spätestens bei den jahrelangen leistungslosen Zahlungen an eben diese Firma Jesse auf und verfestigt sich durch die bis heute anhaltenden Verschleierungsversuche.
Was war geschehen?
Mit fragwürdigen Zahlungen die Stadtkasse um über 14000 € geschädigt
Die Stadt Starnberg hatte 8 Jahre lang dieser Firma nicht erbrachte Hausmeisterarbeiten für das Gebäude Hirschanger 9 bezahlt, das von 2007 bis 2015 unbewohnt und abgesperrt war. Selbst nach dem Abbruch dieses Hauses im Mai 2015 setzte die Stadtverwaltung diese Zahlungen bis Ende 2017 fort!
Bezahlt wurde - wohlgemerkt bei einem unbewohnten abgesperrten und später abgebrochenen Gebäude u.a. folgende Arbeiten (aus dem Vertrag entnommen):
Auf die Einhaltung der Hausordnung achten, Inspektion der haustechnischen Einrichtung, persönliche Kontaktpflege zu den Hausbewohnern, Erledigung von Reklamationen, Bereitstellung der Mülltonnen, Räume wie Fahrrad- und andere Abstellräume überwachen sowie für Auswechseln von defekten Glühbirnen sorgen.
Die Summe dieser leistungslosen Ausgaben zum Schaden der Steuerzahler beläuft sich nach den bisherigen Recherchen auf über 14.000 € (vierzehntausend).
Abb. 3: Das Anwesen Hirschanger Ecke Schulstraße mit dem alten Wohnhaus Hirschanger 9, das im Jahr 2015 abgebrochen wurde Abb. 4: Abbruch des Wohngebäudes Hirschanger 9 im Mai 2015
Eine Reihe von unbekümmerten Vertuschungsversuchen
Als ich der Sache nachging, folgten eine Reihe von Vertuschungsversuchen, die in ihrer Unbekümmertheit bemerkenswert sind:
Es begann damit, die weiterlaufenden leistungslosen Zahlungen mit sachfremden Behauptungen als unvermeidbar (?!) darzustellen, um das unserer Auffassung nach gesetzwidrige Handeln zu vertuschen (Wohnungs- und Liegenschaftsamt), auf Tauchstation zu gehen und eine Mauer des Schweigens zu errichten (Stadtrat), mit grob irreführender Falschaussage und - unserer Beurteilung nach - haltlosen rechtlichen Einlassungen zu reagieren (Leiter der Kommunalen Aufsicht beim Landratsamt Starnberg) und hilflose leicht durchschaubare Ablenkungsmanöver zu inszenieren und deren Spuren anschließend zu verwischen (1. Bürgermeisterin von Starnberg Eva John). Die Regierung von Oberbayern beteiligte sich nachträglich an diesen Vertuschungsversuchen anstatt zu korrigieren.
Im Übrigen ist mir kein Bericht über diese leistungslosen Zahlungen in einem unserer drei "Heimatblättern" Kreisbote, Merkur und SZ bekannt. Die beiden letztgenannten unserer "Leitmedien" müssten davon wissen und auch das eigenartige Verhalten des Stadtrats kennen. Waren sie nicht im November 2017 anwesend, als dieses Thema erstmals öffentlich zur Sprache kam? Nun, wir wissen, dass der Mainstream-Journalismus permanent auf allen Ebenen Zensur durch Auslassung betreibt, was sich einmal mehr in schöner Deutlichkeit an dieser Stelle zeigt.
Dies alles nachzuzeichnen und festzuhalten gleicht sehr der Arbeit an einem Gemälde und es ist in vielerlei Hinsicht - etwa in der Liebe zum Detail - verwandt mit meinen anderen Arbeiten.
Die letzte Zeit wurde ich von verschiedenen Seiten auf meine intensive Beschäftigung mit diesen Themen angesprochen. Warum ich mich hier engagiere. Ich könne doch sowieso nichts an diesen Zuständen ändern. Das mag so sein. Doch zu zeigen was ist, ist mir wichtig.
Starnberg, im August 2019
Andreas Chowanetz