Auszug aus der 2. Dienstaufsichtsbeschwerde von Chowanetz an den damaligen Bürgermeister Pfaffinger
vom 17.06.2007, Ziffer 3 auf Seite 11
Zu 3. Bedenkliche Zustände im Haus Hirschanger 9

Im Haus Hirschanger 9 steht nach Auskunft diverser Mieter seit mehreren Monaten im Keller Wasser. Nach starkem Regen steigt der Wasserspiegel auf mehrere Zentimeter an. Das Wasser verdunstet selbst bei länger anhaltender Trockenheit nicht restlos. Hiervon überzeugte ich mich persönlich. Die Feuchtigkeit dringt durch das Treppenhaus in das gesamte Haus.

Im Parterre hinten rechts ist die Wohnung in einem Zustand, der ein menschenwürdiges Wohnen für den Mieter nicht mehr gewährleistet. Der Mieter, der an fortgeschrittenem Alkoholismus leidet, lebt laut Auskunft der Mitbewohner des Hauses seit mehreren Wochen ohne Strom. Seine WC-Spülung funktioniere - dies gleichfalls seit mehreren Wochen - nicht mehr. Im gesamten Treppenhaus riecht es stark nach Urin.

Nach übereinstimmender Auskunft von hier wohnenden Mieterinnen wurde Herr K (Sachbearbeiter im Wohnungsamt und Ansprechpartner der Stadtverwaltung für die Mieter der Wohnanlage Anm. d. Redaktion) mehrmals von diesen Zuständen informiert. Die Mitteilungen blieben ohne Konsequenzen. Das Gesundheitsamt ist von mir am 12. Juni von den oben geschilderten Umständen informiert worden. Am Tag darauf, so wurde mir berichtet, war Herr K um 8 Uhr in der Früh im Haus Nummer 9 und hat alle Fenster im Treppenhaus geöffnet. Hatte diese einmalige Fürsorge etwas mit der angekündigten Inspektion des Hauses durch Mitarbeiter des Gesundheitsamtes zu tun? Ich möchte das nicht unterstellen, finde aber das Verhalten des Herrn K bemerkenswert.

Beim Vormundschaftsgericht wurde, gleichfalls am 12. Juni, von mir die Bestellung eines Betreuers für den Bewohner der Parterre-Wohnung angeregt.