Amtsgericht Starnberg
Otto-Gassner-Straße 2
82319 Starnberg
Starnberg, den 02.01.2020
AZ: 2 C 1235/19
Andreas Chowanetz
gegen
Stadt Starnberg
ANTRAG AUF FRISTVERLÄNGERUNG
Hiermit beantrage ich die Frist zur Erwiderung auf den gegnerischen Schriftsatz vom 23.12.2019 um 3 Wochen vom 07.01.2020 bis zum 28.01.2020 zu verlängern.
Begründung:
Am Donnerstag, den 28.11.2019 reichte ich beim Amtsgericht Starnberg die Klage persönlich ein. Der Beschluss des Amtsgerichts Starnberg, erlassen durch den Amtsrichter Florian Schöfberger vom Freitag, den 29.11.2019, wurde mir am Dienstag, den 03.12.2019 zugestellt. Der beklagten Partei wurde in diesem Beschluss eine 2-wöchige Schriftsatzfrist zur Erwiderung ab Zustellung mit dem Hinweis vorgegeben, dass, sofern sie sich zu der Klage nicht äußern würde, bereits nach Ablauf dieser Frist durch Endurteil entschieden werden würde.
Der Beschluss bestimmte im Falle von Einwendungen gegen die Klage eine Schriftsatzfrist bis Dienstag, den 07.01.2020. Schriftsätze, die bis dahin bei Gericht eingehen würden, so führte das Gericht weiter aus, werden bei der Entscheidung berücksichtigt, später eingehende nicht.
Bis zum Erhalt der Klageerwiderung hörte ich vom Gericht nichts mehr. Die 19-seitige Klageerwiderung mit acht Anlagen trägt das Datum vom Montag, den 23.12.2019 und den Eingangsstempel des Amtsgerichts Starnberg mit gleichem Datum. Sie wurde mir am Dienstag, den 31.12.2019 zugestellt. Somit verbleiben bis zur erlassenen Schriftsatzfrist am Dienstag, den 07.01.2020, sieben Tage. Zu berücksichtigen ist hierbei allerdings der Umstand, dass von diesen sieben Tagen der 01.01.2020 und 06.01.2020 jeweils ein Feiertag und der 04. und 05.01.2020 Wochenende ist. Somit stehen mir zur Stellungnahme zur Klageerwiderung drei Werktage zur Verfügung. Es ist mir schwer möglich, in der Zeit bis Dienstag, den 07.01.2020 angemessen und mit der gebotenen Sorgfalt den an zahlreichen Stellen belegbar faktenwidrigen Vortrag der Beklagten zu beantworten.
Seite 2 von 02 des Schreibens von Andreas Chowanetz
vom 02.01.2020
Diese Schwierigkeiten verstärken sich durch diverse Umstände, die ich in gebotener Kürze darzustellen versuche:
1. Der anhängende Rechtsstreit ist gekennzeichnet durch umfangreiche Details, die sich über einen langen Zeitraum erstrecken. Der Abgleich der in der Klageerwiderung vorgetragenen Einzelheiten mit den vorhandenen Beweisen, sowie deren gerichtsverwertbare Zusammenstellung wird alleine bei den von der Beklagten behaupteten Arbeitszeiten des Hausmeisters sehr arbeitsintensiv und zeitaufwendig. Gleiches trifft für den in Abrede gestellten immer wieder monatelang herumliegenden Sperrmüll zu. Dies sind nur zwei Beispiele, die sich nahezu durch den gesamten Vortrag der Beklagten fortsetzen ließen.
2. Als Mitglied des DMB Mieterverein München e.V. wurden mir vier Rechtsanwälte als Hilfe fiir diesen Rechtsstreit empfohlen. Alle vier wären zur Übernahme des Mandats nur auf der Basis einer Vereinbarung auf Stunden-Honorar-Basis bereit gewesen. Eine solche Verpflichtung einzugehen bin ich finanziell nicht in der Lage, wie der vorliegende PKH-Antrag belegt.
Deshalb bin ich ohne Rechtsbeistand. Als juristischer Laie benötige ich selbst fiir Dinge, die einem Anwalt sicher routiniert von der Hand gehen dürften, verständlicherweise mehr Zeit. Die rechtlichen Unsicherheiten, die mich dabei begleiten, will ich nicht verschweigen.
3. Aufgrund meines hohen Alters sowie einer multiplen Erkrankung an der ich seit einiger Zeit leide, ist meine Leistungsfähigkeit stark eingeschränkt. Es ist mir kaum möglich, länger als ein paar Stunden am Stück zu Arbeiten.
Aufgrund der vorgetragenen Gründe bitte ich das Gericht, meinem Antrag auf Fristverlängerung stattzugeben.
Andreas Chowanetz